Verwaiste Konten in der Schweiz: Auskunft für Erben über den Ombudsman

Verwaiste KontenNicht immer erfahren Erben und Testamentsvollstrecker im Erbfall von sämtlichen Vermögenspositionen des Verstorbenen. Idealerweise wird den potentiellen Erben schon zu Lebzeiten eine Vollmacht erteilt oder diese zumindest zu gegebener Zeit über das Auslandsdepot informiert. Doch kann es mitunter auch geschehen, dass der Erblasser dieses Wissen darum mit ins Grab nimmt. Sind die Kontoauszüge und Vermögensaufstellungen dann banklagernd oder handelt es sich gar um ein Nummernkonto bekommen der Erben vom versteckten Vermögen nichts mit. Die Bank verwahrt oder ggf. verwaltet das Vermögen grundsätzlich solange weiter, bis kein Geld mehr da ist. Dann wird das Konto zwangssaldiert. Doch durch ein neues Schweizer Bankengesetz werden auch Vermögenswerte bei Schweizer Banken, wenn sie 10 Jahre kontaktlos und 50 Jahre nachrichtenlos gewesen sind, für ein Jahr im Internet publiziert. Meldet sich in diesem Jahr kein Berechtigter, so fließt das Geld nach Ablauf der Publikationsphase dem Schweizer Fiskus zu.

Vermuten Erben Vermögenswerte (Konten, Depots und Bankschließfächer) bei Schweizer Banken müssen diese nicht bis zur Internetpublikation sechzig Jahre später warten. Über den Ombudsman der Schweizerischen Bankiersvereinigung ist auch vorzeitig (jedoch frühestens 10 Jahre nach Kontaktlosigkeit bzw. bei Onlinebanking 3 Jahre nach dem letzten Log-In) unter Beifügung entsprechender Legitimationspapiere (insbesondere Erbschein) und Zahlung einer Bearbeitungsgebühr ein Rechercheauftrag bei der zentralen Anlaufstelle möglich. Wer noch früher nach Schätzen im Ausland fahnden will, muss bei jedem einzelnen Kreditinstitut eine individuelle Anfrage unternehmen.

Strafrechtlich haben die Rechtsnachfolger grundsätzlich nichts zu befürchten. Allerdings müssen die Erben oder sonstige Verpflichtete (bspw. Vermächtnisnehmer oder Testamentsvollstrecker) unverzüglich dem Finanzamt Bescheid geben, sobald Sie von der Existenz eines bislang unbekannten Auslandsvermögens Kenntnis haben. Hierbei brauchen noch nicht die Höhe des Vermögens oder die Erträge der letzten zehn bis dreizehn Jahren feststehen. Ausreichend, aber auch unverzüglich erforderlich, ist zunächst erstmal die Anzeige des neuen Vermögens. Die für die Einkommensteuer und Erbschaftsteuer erforderlichen Zahlen können dann immer noch zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden, sobald aussagekräftige Unterlagen von der Bank geliefert wurden.

Handschelle mit GeldbündelAber Achtung: Verstößt der Erbe gegen diese frühe Mitteilungspflicht begeht er durch dieses Unterlassen selbst eine eigene, neue Steuerhinterziehung. Durch die Kumulierung aller noch zum Unterlassungszeitpunkt änderbaren Mehrsteuern, ist schnell ein Betrag erreicht, der eine Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall darstellt. Das Strafmaß ist dann deutlich erhöht und die Verjährung verlängert sich auf zehn Jahre.

Vermuten Sie Vermögenswerte im Ausland, oder haben schon konkrete Anhaltspunkte oder gar Kenntnis davon, kontaktieren Sie so schnell wie möglich Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht und Fachanwalt für Strafrecht Christian Spies in Düsseldorf. Er berät Sie schnell, vertrauensvoll und ergreift gerne die richtigen Schritte für Ihre Situation. Rufen Sie uns unter 02 11 / 38 54 88 66 an und vereinbaren Sie noch heute einen Erstberatungstermin!

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und Strafrecht Spies, Düsseldorf - Mittwoch, 16. Dezember 2015 19:29:54 GMT

[Übersicht]

Logo SPIES Zurück zur Übersicht „Über die Kanzlei“