Erbengemeinschaft

ErbenGibt es nur einen Erben, ist dieser Alleinerbe. Sind hingegen mehrere (natürliche oder juristische) Personen zu Erben berufen, so bilden diese unmittelbar durch das Gesetz zunächst eine Gesamthandsgemeinschaft: Die so genannte Erbengemeinschaft.

Der einzelne Miterbe erwirbt keine bestimmten Nachlassgegenstände, sondern ist quotal an der Gesamtheit der Erbmasse beteiligt. Die Zuwendung konkreter Gegenstände ist dem Erblasser jedoch im Testament durch Teilungsanordnung oder Vorausvermächtnis möglich. Die Erbengemeinschaft ist ähnlich einer BGB-Gesellschaft aufgebaut, jedoch regelmäßig auf eine Auseinandersetzung des Vermögens gerichtet.

Gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses

Bis zur Auseinandersetzung wird das gesamte Vermögen durch alle Erben gemeinsam verwaltet. Der Aufbau entspricht weitgehend einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Das heißt mit Ausnahme von Notgeschäften findet die gemeinschaftliche Verwaltung Anwendung, wo regelmäßig Stimmenmehrheit genügt, aber auch erforderlich ist. Die hierbei auftretenden Probleme entsprechen weitgehend typischen gesellschaftsrechtlichen Konfliktsituationen. Rechtsanwalt und Steuerfachanwalt Spies in Düsseldorf ist erfolgreicher Absolvent des Fachlehrgangs Handels- und Gesellschaftsrecht der Steuer- und Wirtschaftsakademie.

Auseinandersetzung

Unter Auseinandersetzung versteht man die Auflösung der Erbengemeinschaft. Sofern die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft nicht durch Testament ausgeschlossen ist, kann jeder Miterbe diese jederzeit verlangen. Entsprechend der Erbquote soll jeder Miterbe den ihm wertmäßig zustehenden Teil aus dem Gesamtvermögen ausgekehrt werden. Ein Anspruch auf bestimmte Nachlassgegenstände besteht grundsätzlich nicht.Der Erblasser kann in seinem Testament jedoch eine Teilungsanordnung treffen, also bestimmen welcher Miterbe welchen Gegenstand erhalten soll.

BoxerDie Auseinandersetzung geschieht durch Teilung in Natur bzw. durch Pfandverkauf und Verteilung des hieraus erzielten Erlöses. Bei Immobilien, Grundstücken und Häusern erfolgt dann eine Teilungsversteigerung.

Oft für alle Beteiligten wirtschaftlich sinnvoller ist die einvernehmliche Vereinbarung unter den Miterben. Hierbei vermittelt Rechtsanwalt und Mediator Spies in Düsseldorf zwischen den Beteiligten, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Gestaltung für Erblasser

PuzzleDurch Verfügung von Todes wegen kann der Erblasser verschiedene Maßnahmen regeln, die etwaige Streitigkeiten unter den Miterben von vornherein vermeiden. Andererseits kann eine falsch gesetzte Maßnahme aber auch die Erbengemeinschaft bzw. die einzelnen Miterben derart in ihrer Handlungsfreiheit einschränken, dass ein vernünftiges Wirtschaften nicht mehr möglich ist oder zwischen den Miterben ein wirtschaftliches oder faktisches Machtungleichgewicht entsteht. Typische Anordnungen sind der Ausschluss der Auseinandersetzung, die Einsetzung eines Testamentvollstreckers oder Nachlassverwalters sowie die Teilungsanordnung. Welche konkreten Regelungen zur Erreichung Ihres Anliegens zu ergreifen sind, wird Ihnen Rechtsanwalt und Fachanwalt Spies in Düsseldorf gerne im Rahmen eines vertraulichen Beratungsgesprächs aufzeigen.

Haftung der Erben

Die Haftung des Miterben über seinen Erbanteil hinaus richtet sich zum einen danach, ob der Nachlass bereits zwischen den Miterben geteilt ist oder nicht. Zum anderen für Falle nach der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft, ob die potentiellen Gläubiger durch ein Aufgebotsverfahren informiert worden sind. Daneben steht das allgemeine Institut der beschränkten Erbenhaftung für Fälle der Nachlassinsolvenz oder der Nachlassverwaltung.


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