Rechtsanwalt hilft bei Durchsuchungen von Steuerfahndung

Wenn Sie Besuch von der Steuerfahndung, Zollfahndung oder der Staatsanwaltschaft bekommen: Behalten Sie ruhig Blut, bleiben Sie sachlich und beachten die nachfolgenden goldenen Regeln. Als Beschuldigter sind Sie durch die Ermittlungsmaßnahmen in einer psychischen Ausnahmesituation und sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Behalten Sie jedoch kühlen Kopf, auch wenn man Sie erhöhtem Druck aussetzt!

Blaulicht AnwaltsnotrufMachen Sie unbedingt von Ihrem Schweigerecht gebrauch und benachrichtigen Sie über die Notfallnummer 02 11 / 38 54 88 65 Rechtsanwalt und Strafverteidiger Spies in Düsseldorf und Hamburg unverzüglich über die Zwangsmaßnahme.
Der Anruf beim Anwalt ist Ihr elementares Recht und kann Ihnen nicht verwehrt werden!

Wie verhalte ich mich bei Hausdurchsuchung und Beschlagnahme

Während die Untersuchungshaft eher den Ausnahmefall darstellt, gehören hingegen Hausdurchsuchung und Beschlagnahme beim Beschuldigten und Dritten zum Standartrepertoire der Steuerfahndung. Diese geschehen meist sehr in der Frühe, oft zwischen 6 und 8 Uhr. Wenn Sie nicht auf das Klingel Ihrer Türe öffnen, wird mit zeitlicher Verzögerung sicherlich die Türe durch einen Schlüsseldienst geöffnet werden

Die Beamten sind nicht verpflichtet auf das Eintreffen Ihres Rechtsanwaltes zu warten. Die Möglichkeiten des Rechtsanwaltes sind in der Durchsuchungssituation leider auch sehr beschränkt. Im Grunde läuft dieses auf eine Überprüfung der formalen Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen des Durchsuchungsbefehls und einer Kontrolle der Art der Durchsuchungshandlungen hinaus.

Strafverteidiger rät: Schweigerecht und Recht auf Anwalt wahrnehmen!

Klappe haltenNochmals: Machen Sie unbedingt von Ihrem Schweigerecht gebrauch!

Auch Familienangehörige, Mitarbeiter, Kunden und andere Dritte haben das Recht vor einer (formellen) Zeugenbefragung einen Anwalt hinzuzuziehen. Verhindern Sie auf jeden Fall derartige Spontanäußerungen.

Schaffen Sie keine Beweise gegen sich selbst, von denen Sie später nicht mehr runter kommen. Alles was in gut gemeinter Absicht gesagt wird, befindet sich auf immer in den Ermittlungsakten und wird ihnen oftmals später das Genick brechen!

Lassen Sie sich auch nicht von vermeintlichen Strafmilderungen oder Versprechen auf Haftverschonung in die Falle locken. Die Ermittlungsbeamten der Steuerfahndung haben nicht die Kompetenz hierüber zu entscheiden. Wenn überhaupt ein Deal gemacht wird, dann nur über Ihren Rechtsanwalt und zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Einlassung oder Geständnis sich auch in einem entsprechenden und konkreten Strafnachlass bemerkbar macht. Verschenken Sie nicht frühzeitig diesen Joker!

Als Beschuldigter brauchen Sie grundsätzlich nicht zu einer Vernehmung auf der Dienststelle zu erscheinen. Ausnahme bildet nur die Vernehmung durch den Ermittlungsrichter oder einen Staatsanwalt. Wenn Sie jedoch freiwillig dorthin gehen, dann unbedingt nur zusammen mit Ihrem Rechtsanwalt und Strafverteidiger!

Dokumentieren der Durchsuchung

DokumentierenNotieren Sie sich Namen, Vornamen, Dienstgrad, Dienstnummer und Dienstbehörde der Durchsuchungsbeamten und lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss vorlegen (nach Möglichkeit Kopie erstellen).

Greifen Sie zu Diktiergerät und halten Sie den genauen Ablauf der Durchsuchung unter Nennung der Uhrzeit fest. So können die Aktionen später nachvollzogen und ggf. entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Wenn die Beamten wieder verschwunden sind, sollte jeder Zeuge ein Protokoll über seine Beobachtungen zu Papier bringen und unterschreiben. Das kann Ihnen und Ihrem Rechtsbeistand helfen, falls Sie sich vor Gericht verteidigen müssen oder das Vorliegen eines Beweisverwertungsverbots einschlägig sein sollte. Außerdem erhöht es Ihre Aussicht auf Erfolg, falls ein Beamter sich falsch verhalten hat und Sie gegen ihn vorgehen.

Widerspruch gegen Beschlagnahme und Anfertigen von Kopien

Sicherstellung widersprechenDie Steuerfahndung wird die Unterlagen mitnehmen, die sie für wichtig hält. Insbesondere Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sollten die Unterlagen niemals bereitwillig herausgeben, sondern auf eine formale Beschlagnahme bestehen. Ansonsten droht eine Strafbarkeit wegen Verletzung von Berufsgeheimnissen nach § 121 StGB. Der Beschlagnahme sollte formell widersprochen werden.

Verlangen Sie eine detaillierte Aufstellung aller beschlagnahmten Ordner, Gegenstände und Papiere. Fertigen Sie vorsichtshalber von allen Papieren Kopien an! Das Fotokopieren muss man Ihnen erlauben, selbst wenn es Stunden beansprucht. Dieses ist sehr wichtig, da nur anhand der kopierten Akten eine tragfähige Verteidigungsstrategie aufgebaut werden kann. Ferner sind die Unterlagen oftmals zur ordnungsgemäßen Fortführung Ihres Unternehmens notwendig.


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